Die Installation Nordkapp 71° 10" 21’ zeigt eine Motorradreise von der Schweiz ans Nordkapp und wieder
zurück. Auf dem linken Bildschirm ist die Hinreise über Deutschland, Schweden und Finnland zu sehen,
der rechte Bildschirm zeigt die Rückreise entlang der Fjords Norwegens. Das Ziel – das Nordkapp selbst –
ist nie ersichtlich.
Mein Masterprojekt handelt von der Natur im Großen und Ganzen und von der
Natur auf dem Papieri Areal und Umgebung.
Zentral sind dabei die Fragen: „Was ist Natur? Wo gibt es Natur in Cham?“ und
„wie natürlich ist überhaupt unsere Natur bzw. die Natur in der Papieri und
Umgebung?“
Bei Experimenten mit dem Papierbrei, den ich eigentlich zum Schöpfen von neuem Papier untersuchte, entdeckte ich seine wunderbar plastische Qualität und die getrocknete Masse erinnerte stark an organische Stofflichkeit, sowie Pflanzen und/oder Pilzen. In der Zwischenphase von der Abgabe der Masterthesis, wo ich die Ambivalenz von flüchtiger Digitalität und haptischen analogen Medien mit der Arbeit „Hoffnung schöpfen in einer digitalen Welt“ beleuchtete, entstanden zudem neue Zusammenhänge, die mich in die erbarmungslose Welt der Insekten führten. Genauer gesagt in die Welt der parasitären Pilze, die Insekten als Wirte benutzen, um ihre eigene Immobilität durch sie zu überbrücken. Da ich mich in meiner Arbeit mit der Transformation, des Areals, meines Raumes und meiner eigenen künstlerischen Sprache auseinandersetze, war es naheliegend an das Sinnbild der Metamorphose, dem Schmetterling zu denken, oder der Raupe, die das Versprechen für einen wunderschönen Schmetterling in sich trägt. Es gibt diese Erwartungshaltung, dass wenn man A säht, auch B ernten wird - doch nicht bei dieser Raupe. Diese arme Kreatur trägt nämlich den OPHIOCORDYCEPS SINENSIS (den Raupenkeulenpilz) in sich, der die Raupe knapp unter die Erdoberfläche zwingt und danach wächst der Fruchtkörper des Pilzes aus dem Kopfende der Raupe, die ihren Dienst als Transportmittel und jetzt auch als Nährstofflieferant erfüllt hat. Interessanterweise ist genau dieser Pilz, der Raupenkeulenpilz, einer der teuersten Heilpilze auf der Welt.
Die Arbeit dokumentiert die Perspektive von Kindern und Erwachsenen auf einem exemplarisch
ausgewählten Kinderspielplatz (Löbernspielplatz) in Cham. Das Ausstellungsdisplay unterstützt
die Gegenüberstellung der beiden Positionen und zeigt auf, wie sich die Beteiligten an diesem
vielschichtigen Ort verhalten.
Die Erwachsenen Position (Bilder auf Zementplatten) wurden so gewählt, wie sie auf dem Spielplatz
anzutreffen sind. Gewisse Erwachsene ziehen sich zurück, andere kommen und gehen oder
sie stehen nahe beieinander und unterhalten sich. Einige kümmern sich aus nächster Nähe um
ihre Kinder.
Die Kinderperspektive (Bilder in den Nischen) ist in den beiden Nischen umgesetzt und repräsentiert
die lebendige und spielerische Art der Kinder. Die Bilder wurden von Kindern im Alter
zwischen 3 und 8 Jahren aufgekleistert. Die Ausstellungsbesucher können von verschieden Ausgangspunkten
in die Arbeit eintreten. Ähnlich, wie wenn man sich auf einen Spielplatz begibt.
Meistens hat er mehrere Eingänge, ist aber eingegrenzt.
Die Persönlichkeit als Kriterium gesetzt, impliziert unbewältigbare Dimension von
Urteilen und fordert zur selbstgesteuerten Kontaktaufnahme auf. Disskursive
Erschliessungen assoziativer Bezüge – differenzieren die Komplexität als Intensität.
Im Zeitraum von drei Monaten, vor und während der Abschlussausstellung, bot ich in Altdorf meine Dienstleis- tung als Künstlerin und kreative Gestalterin an.
Ich wurde inspiriert durch eine Erzählung über den Künstler Heinrich Danioth (1896–1953), der auf ähnliche Weise in der Umgebung um Altdorf unterwegs war.
Auf Wunsch und Absprache konnten mich die Altdorferinnen und Altdorfer für ein paar Tage buchen und ein- stellen. Als einzige Gegenleistung bezahlten sie mich, indem sie mich und meine Hündin Doris in der Zeit der Anstellung in Altdorf unterbrachten und verköstigten.
Die Details des Handels wurden vorab in einem persönlichen Gespräch abgeklärt. Die Erzeugnisse wurden von mir dokumentiert und archiviert, und sind auf meiner Webpage einsehbar.
Ziel des Projekts war ein Handel von dem alle Parteien pro tieren sollten. Für mich standen vor allem die Ausein- andersetzung und die Erfahrung im Mittelpunkt.
Die Schweiz ist hinsichtlich der Vereinbarkeit von Familie und Beruf laut aktuellen Studien im Vergleich zu anderen europäischen Staaten ein Entwicklungsland. Für meine theoretische Auseinandersetzung mit dem Thema habe ich Interviews geführt, um die bestehenden Verhältnisse im Kunstkontext zu erörtern und um Bedürfnisse und Visionen in partizipativen Workshops mit Kun̈ stlerinnen und Kun̈ stlern und deren Kindern zu untersuchen. Dies mit dem Ziel, gemeinsam entwickelte Ideen und neue Modelle für eine verbesserte Vereinbarkeit auf politischer, gesellschaftlicher und persönlicher Ebene zu kommunizieren und so aktiv Einfluss auf das Thema zu nehmen. Meine praktisch-künstlerische Arbeit besteht aus zwei Workshops, einer Podiumsdiskussion und einer Videoarbeit zum Thema Vereinbarkeit von Kunst und Familie. Für mich bestünde die Ideallösung dabei aus einem Gemeinschaftsatelier mit integrierter KiTa.
Die Schwabbels sind elektronische Wesen, deren Körper aus einem mit Wasser gefüllten Plastiksack, elektronischen Elementen und einem Plexiglasskellet be- steht.
Nähern sich PassantInnen den Schwabbels, machen sie sich durch Schütteln be- merkbar, wenn sie nicht gerade eine Pause einlegen und Sonnenenergie tanken über ihre Solarzellen. Die Schwabbels werden stetig weiterentwickelt und durch- laufen somit eine Art künstliche Evolution. Damit steht auch der Prozess bei dieser Arbeit im Fokus. Die aktuelle Entwicklungsstufe wirkt noch sehr harmlos, doch die Aussicht auf folgende Weiterentwicklungen und auf die wachsende Un- abhängigkeit der Wesen wirft Fragen zur Entwicklung von aktuellen und zukünf- gen Technologien auf und stellt deren Kontrollierbarkeit in Frage.
Der Rathausplatz in Altdorf wurde in meiner künstlerisch praktischen Arbeit während vier Vorstellungen zur Alltagsbühne. Auf dem Schauplatz wurde nichts inszeniert, jedoch inte- grierte ich in meinem “Beobachtungsstück” einzelne Elemente eines Theaterbesuchs. So wurden die Besucher z.B. vor dem Rathaus of ziell empfangen und über den Verlauf des Stücks informiert, erhielten ihr Ticket sowie das Programmheft zu en attendant und wurden dann zum Zuschauerraum, den drei Balkons des Café Restaurant Egghus, der Justizdirektion und des Rathauses, geleitet. Sie wurden eingeladen, aus Distanz das Alltagsgeschehen auf dem Platz zu beobachten, die alltäglichen, humorvollen und hektischen Ereignisse zu verfol- gen. Durch den Glockenschlag des Türmli wurde nach dem ersten Akt die Pause eingeleitet. Es trafen sich darauf alle im Rathaus zum Austauschen des Erlebten bei Snacks und einer Erfrischung. Für den zweiten Akt wurden die Besucher zu einem anderen Balkon geführt, um das Alltagsgeschehen aus einem anderen Blickwinkel betrachten zu können. Da sich die Balkons auf gleicher Höhe be nden und gegenseitig sichtbar sind, hatten die Besucher eben- falls die Möglichkeit, einander von den einzelnen Zuschauerplätzen aus zuzuschauen. Ziel meines “Beobachtungsstücks” war es, den Besuchern die Gelegenheit zu bieten, innezuhalten und sich Gedanken über die unterschiedlichen Rollen im Alltag zu machen. Dabei spielte auch das Wechselspiel zwischen Darstellern und Zuschauern eine Rolle. Die Personen auf dem Platz wurden zuerst als Darsteller wahrgenommen und die Besucher auf den Balkons waren die Beobachter, doch im Verlaufe des Stücks wurden die Besucher zu Darstellern und die Leute unten auf dem Platz zu Beobachtern. Mit einem Applaus wurde das Stück schliesslich beendet.
Die Audio/Videoinstallation «Aussichten» thematisiert die Veränderung des Erscheinungsbildes von Emmenbrücke und fragt die Einwohnerinnen und Einwohner, was sie vom Ort Emmen erwarten.
Durch verschiedene Grossprojekte wird sich das Erscheinungsbild in den nächsten 10 bis 20 Jahren massgeblich verändern. Vor allem das Viscosi-Areal und der Seetalplatz entwickeln sich sehr schnell und werden Emmenbrücke als attraktiver Wohn-und Arbeitsstandort – zumindest regional - in den Vordergrund rücken.
Auf der Bildebene thematisiert Titus Bütler die planerische Ebene dieser baulichen Veränderungen, mi Hilfe einer Drohne dokumentierte er die Grossbaustellen und verstärkte durch eine gezielte Bildbearbeitung die Modellhaftigkeit der abgebildeten Motive. Zudem wird dieser Effekt durch eine Art „Guckloch“, sowie man es von Guckkästen kennt zusätzlich verstärkt.
Auf der Tonebene werden die Einwohnerinnen und Einwohner zu den Veränderungen des Ortsbildes, aber auch zur Identität von Emmenbrücke befragt und thematisieren gemeinsame Probleme, aber auch Chancen für die Zukunft des Ortes.
Während der Abschlusswoche war die mobile Installation an mehreren Standorten der Öffentlichkeit zugänglich und versuchte einen Diskurs über die Veränderung der Ortsidentität in Emmenbrücke anzuregen.
Aus fünf Schachtdeckeln entlang der Emmenweidstrasse sind Wassergeräusche und helle metallene Klänge zu hören, die zeitgleich vom nahe gelegenen Fluss übertragen werden.
Die Klangquelle der Installation, eine sich im Wasser drehende Kugel, liegt unmittelbar neben einer Flussschwelle an der Kleinen Emme. Einst Antrieb der industriellen Entwicklung, erhält die Flussschwelle durch die Klanginstallation eine neue Bedeutung. Die Verbindung von metallenen Klängen und Wasserrauschen deutet den historischen Kontext der Emmenweid an und öffnet gleichzeitig neue Wahrnehmungsräume.
Einmal entdeckt, fallen die Schachtdeckel den Passanten und Besuchern immer wieder auf. Die Klänge werden jedoch nicht von allen Menschen wahrgenommen. Durch den dezenten akustischen Eingriff wird die Klanginstallation zu einer Einladung, genauer hinzuhören und sich bewusst auf den gegenwärtigen Moment einzulassen. Das Leise im Lauten weckt die Neugier der Besucher und sensibilisiert sie für die vorhandene Umgebung.